Über uns und unsere Arbeitsschwerpunkte

Unsere Gruppe (2012)

Wir sind die Amnesty International-Gruppe Nr. 1272 aus Köln-Südstadt. Unser Haupt- (aber nicht alleiniges) Arbeitsfeld ist die Situation der Menschenrechte in Kolumbien. Hierzu setzt sich unsere Gruppe schwerpunktmäßig für die kolumbianische Friedensgemeinde San José de Apartadó ein, die bewusst versucht hat, sich aus dem jahrzehntelangen Konflikt in Kolumbien herauszuhalten, jedoch immer wieder seitens der Paramilitärs und der Guerilla brutal in den Konflikt hineingezogen wurde. Nachdem die größere der beiden Guerillagruppen, FARC, mit der Regierung einen Friedensvertrag schloss, verließen die Rebellen die Kampfgebiete, in die nun immer mehr die Paramilitärs vordringen, die die ländliche Bevölkerung drangsalieren. Sie berauben sie, pressen ihnen „Steuern“ ab und vertreiben sie von ihrem Grund und Boden. Wer sich ihnen widersetzt, muss mit dem Tod rechnen.

Die Friedensgemeinde existiert seit 1997 und liegt im Bundesstaat Antioquia im Norden Kolumbiens. Weitere Informationen (auf Spanisch) zur Friedensgemeinde San José de Apartadó finden sich unter www.cdpsanjose.org.

Detaillierte Informationen zur politischen Situation in Kolumbien gibt es auf der Homepage der Amnesty-Kogruppe Kolumbien www.amnesty-kolumbien.de sowie auf ihrer Facebook-Seite. Dort können auch Appellbriefe oder Petitionslisten zu Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien heruntergeladen werden.

Wir beschäftigen uns bei den Gruppentreffen aber auch mit anderen aktuellen Themen und Kampagnen von Amnesty International und planen entsprechende Aktionen dazu. Regelmäßig unterschreiben wir Protestbriefe und Petitionen zu verschiedenen Menschenrechts-Themen.

 

Wer ist Amnesty International?

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch fast 60 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

9. Juli 2019